{"id":110,"date":"2013-10-01T15:50:00","date_gmt":"2013-10-01T15:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/galeriec.bw-works.com\/?p=110"},"modified":"2013-10-01T15:50:00","modified_gmt":"2013-10-01T15:50:00","slug":"2016-1-15-gpj6hb3ehkckjum9qw8beydqdk1qpm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/galeriec.bw-works.com\/?p=110","title":{"rendered":"Das Spektrum des Universums: Alfred Kornberger Retrospektive im K\u00fcnstlerhaus"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.squarespace-cdn.com\/content\/v1\/567d3de169492e5c0a1e490d\/1452876645518-AGB6SFYP5ZD6ZA98GOZ8\/image-asset.jpeg?format=original\" alt=\"\"\/><\/p>\n<div class=\"sqs-html-content\" data-sqsp-text-block-content>\n<p>Das Spektrum des Universums so der Titel der Retrospektive im Wiener K\u00fcnstlerhaus vom 2.10. bis 1.12.13 anl\u00e4sslich des 80. Geburtstages von Alfred Kornberger (1933-2002) mit 150 \u00d6larbeiten aus den Jahren 1954 bis 2000. Die Ausstellung wird kuratiert von der internationalen Kunsthistorikerin Gabriela Koschatzky-Elias. Neben seinen typischen Akten sind auch Hauptwerke aus den wichtigsten Zyklen \u201eZeus\u201c, \u201eInsekten\u201c, \u201eGegenst\u00e4ndliches\u201c und \u201eSchlachthof\u201c sowie seine besonders eindrucksvollen gestischen Portraits und Figuren zu sehen.<\/p>\n<p>\u201eDie Frauen sind das Spektrum des Universums, ich verehre und liebe sie\u201c, lautete eine Aussage des Wiener Malers, der im heurigen Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert h\u00e4tte. Kornberger gilt als einer gro\u00dfen Koloristen in der internationalen Malerei des 20. Jhdts.. Der 1933 in Wien geborene Maler (+ 2002) ist einer der vielf\u00e4ltigsten und bedeutendsten Expressionisten und Vertreter einer dynamisch gestischen und gegenst\u00e4ndlichen Malerei. Das Wiener K\u00fcnstlerhaus widmet ihm nun die erste gro\u00dfe Retrospektive, welche von der internationalen Kunsthistorikerin Gabriela Koschatzky-Elias kuratiert wurde.<\/p>\n<p>Grafiker und Andersen Sch\u00fcler<\/p>\n<p>Kornberger studierte an der Akademie der bildenden K\u00fcnste in Wien bei Robin Christian Andersen, arbeitet danach als Grafiker und wird freischaffender K\u00fcnstler in Wien. Im Fr\u00fchwerk setzt sich Kornberger mit dem Kubismus, dem Surrealismus und von Anfang an auch mit der abstrakten Kunst auseinander, um dann zu seinem eigenen Stil zu finden \u2013 einer sehr dynamisch gestischen und gegenst\u00e4ndlichen Malerei.&nbsp;<\/p>\n<p>Kornbergers Arbeiten stehen schwerpunktm\u00e4ssig f\u00fcr die \u00f6sterreichische Tradition einer k\u00f6rperbetonten Kunst. Im Mittelpunkt seines Interesses steht der Mensch. Ab 1970 widmet sich Kornberger prim\u00e4r dem weiblichen Akt. Abseits einer vordergr\u00fcndigen Erotik zeigen seine Bilder einen vielf\u00e4ltigen Diskurs zwischen stilistischer Variation und reiner Malerei. Das Individuelle trat dabei in den Hintergrund, Gesichter bleiben unausgef\u00fchrt, K\u00f6pfe werden h\u00e4ufig sogar ganz weggelassen. Es geht um den K\u00f6rper im Verh\u00e4ltnis zu seiner Umgebung. Verzerrungen und Deformierungen sind in seinen Werken ein \u00fcberaus expressives und f\u00fcr den K\u00fcnstler typisches Ausdrucksmittel. Die Farbe ist ein wichtiger Aussagefaktor in seinen Bildern.<\/p>\n<p>Das Urteil der Experten<\/p>\n<p>\u201eKornbergers Kunst ist eine sinnlich vitale. Der pastose Farbauftrag, die kraftvoll farbige Palette und die expressiv-fauvistische Pinself\u00fchrung machen das Lustvolle deutlich,\u201c beschreibt Gabriela Koschatzky-Elias den K\u00fcnstler. \u201eNie verl\u00e4sst er wirklich das Gegenst\u00e4ndliche, bei aller Reduktion oder \u00dcbersteigerung will er doch immer ein definiertes \u201eObjekt\u201c darstellen\u201c, so die Kuratorin weiter. \u201eDie letzten Schaffensjahre sind von einer dynamischen Expressivit\u00e4t gezeichnet, Kornberger ist nicht mehr die wirklichkeitsgetreue Widergabe von Eindr\u00fccken, Farben und Formen wichtig, spontan und direkt gibt er ein \u201edurchf\u00fchltes\u201c und interpretiertes Motiv weiter,\u201c res\u00fcmiert Koschatzky-Elias.<\/p>\n<p>Expressive Gestik und k\u00fcrzelhafte Abreviatur<\/p>\n<p>\u201eGestalterisch erlaubt sich Kornberger in seinen Aktdarstellungen gro\u00dfe Freiheiten, fragmentiert die K\u00f6rper, fokussiert auf einzelne K\u00f6rperteile oder reduziert die K\u00f6rperformen auf k\u00fcrzelhafte Silhouetten. Kornbergers Malerei ruft stets eine eminente Konzentration und Spannung hervor.,\u201c schreibt Franz Smola, Herausgeber des 2007 erschienenen Kornberger-Werkverzeichnisses, im aktuellen Katalog zur Ausstellung. \u201eExpressive Gestik, k\u00fcrzelhafte Abbreviatur, die Lust an der Verfremdung und schlie\u00dflich das Bekenntnis zur Kraft der Farben sind die herausragenden Merkmale dieses K\u00fcnstlers,\u201c so Smola weiter. \u201eMit seinen k\u00fchnen, nicht selten bizarr und schrill wirkenden Farbkompositionen z\u00e4hlt Kornberger zu den gro\u00dfen Koloristen seiner Generation, seine konsequente, geradezu besessene Aktmalerei reiht sich in die \u00f6sterreichische Tradition k\u00f6rperbetonter Darstellungen,\u201c erg\u00e4nzt Smola.<\/p>\n<p>Der Bursche mit der Maler-Pratz\u2019n<\/p>\n<p>Dieter Schrage (+ 2011), Kunsthistoriker und langj\u00e4hriger Weggef\u00e4hrte von Alfred Kornberger schrieb in einer 1990 erschienenen Monografie: \u201eDas Schaffen von Alfred Kornberger ist in das Bewahrende, betont Malerische einzuordnen. Ich sehe einen richtigen, guten (alten) Maler \u2013 und ein exzellenter Zeichner und Graphiker. Er ist einer der hinlangt. Einer, bei dem alles sitzt. Wirklich einer mit einer \u201eMalerpratzn\u201c. Und er hat etwas von einem Bonvivant. All das alles flie\u00dft in seine Bilder ein, in die Sinnlichkeit, die Vitalit\u00e4t, die Freude am Leben und Genie\u00dfen, in den Optimismus.<\/p>\n<p>Die Erotik des Begehrens<\/p>\n<p>Wie bei kaum einem anderen seiner Zeitgenossen ist das reife Werk von Alfred Kornberger vom Motiv des Frauenk\u00f6rpers dominiert. Die geradezu obsessive Besch\u00e4ftigung mit dieser Thematik erinnert an den gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Maler und Grafiker Egon Schiele. \u00c4hnlich wie Schiele variiert auch Kornberger den weiblichen Akt aus dem Blickwinkel des m\u00e4nnlichen Auges. Stets spielt die Erotik des Begehrens, der Blick des Voyeurs eine zentrale Rolle. Kornberger pr\u00e4sentiert die Frau in k\u00fchnen, ekstatischen Verrenkungen und in sinnlicher Ausgelassenheit. Ihre Pers\u00f6nlichkeit und W\u00fcrde verlieren sie dabei jedoch nie.<\/p>\n<p>Erotische Landschaften&nbsp;<\/p>\n<p>Mir geht es um die Ergr\u00fcndung des weiblichen K\u00f6rpers im Augenblick des Malens, den erotischen Moment, der sich auf den Zeichenstift \u00fcbertr\u00e4gt, das Abbilden einer erotischen Landschaft\u201c, erl\u00e4uterte Kornberger seine Arbeit. \u201eDer K\u00fcnstler \u00fcbertr\u00e4gt seine Idee, seine Gedanken in das Erlebnis: das hei\u00dft, das Erlebnis gibt ihm Anla\u00df zur Gestaltung. Und die Sichtbarmachung der projizierten Idee in das Erlebnis ist der malerische Akt. Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt in der Kommunikation zum Empf\u00e4nger. Der Maler zeigt seiner Umwelt einen subjektiven aber doch wahren Sachverhalt. Er deckt verborgene Zusammenh\u00e4nge auf und gibt somit dem Motiv eine augenscheinlich neue Struktur,\u201c so Kornberger weiter.&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Ausstellung erscheint der knapp 300 Seiten starke Katalog mit Texten von Gabriela Koschtzky-Elias und Franz Smola sowie Erl\u00e4uterungen zu allen Zyklen und mit Abbildungen von \u00fcber 250 Werken.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Spektrum des Universums so der Titel der Retrospektive im Wiener K\u00fcnstlerhaus vom 2.10. bis 1.12.13 anl\u00e4sslich des 80. 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